• US-Börsenstar setzt auf Rohstoffe

    John Burbank gelangte in Amerika zu Ruhm, weil er Milliarden verdiente und die Kreditkrise voraussah. Nun investiert er dort, wo er schon einmal viel Geld verlor: in alles, was die Chinesen brauchen.
  • Burbank spekulierte massiv gegen Hypothekenanbieter

    Bei den großen Treffen der US-Finanzelite wirkt John Burbank merkwürdig deplatziert. In Jeans und Weste sieht der Zweimetermann mit Stoppelbart wie ein Weltenbummler, weniger wie ein Hedge-Fonds-Manager aus. Seine Anhänger stört das nicht. Wo der Chef von Passport Capital auftritt, ist er der Star. Auf dem Value Investing Congress West etwa, einer exklusiven Versammlung institutioneller Investoren in Pasadena, umringen ihn gleich Dutzende Herren im feinsten Tuch. Die Fragen prasseln nur so auf Burbank ein: "Was halten Sie von Biotech?", "Waren Sie schon mal in Beirut?", "Investieren Sie in Nahost?" Gern steht der 45-jährige Kalifornier nicht im Mittelpunkt. Oft gibt er sich einsilbig. Das ändert sich erst, wenn er auf seine Lieblingsthemen kommt, China zum Beispiel. "Das Land wird sich von der Misere in den USA abnabeln. Die Chinesen sind wild darauf versessen, Geld zu verdienen, fast schon zu sehr." Burbank ist sich sicher, dass er mit seinen Einschätzungen richtig liegt. Er hat die Volksrepublik oft genug selbst besucht. Reisen sind Burbanks Passion: "Wenn ich persönlich auftauche, erfahre ich immer mehr, vor allem gewinne ich ein Gefühl, ob ich Leuten vertrauen kann oder nicht."
  • Run auf Nickel, Blei und Kupfer

    Angst vor dem Dollarverfall und Inflation treibt die Anleger scharenweise in den Rohstoffsektor. Die Investitionen in die Anlageklasse stiegen im zweiten Quartal so stark wie zuletzt in der ersten Jahreshälfte 2008. Möglicherweise war das zu viel, warnen Strategen.

    Investoren strömen so stark wie fast nie zuvor in die Rohstoffmärkte. Im zweiten Quartal kletterte das verwaltete Vermögen in dieser Anlageklasse laut Barclays Capital insgesamt um 34 Mrd. $. Das ist der größte Anstieg seit dem zweiten Quartal 2008. Zuflüsse machten 15 Mrd. $ aus, der Rest geht auf höhere Preise zurück. Der Reuters/Jefferies-CRB-Index kletterte in den vergangenen drei Monaten um 14,8 Prozent - und schlug damit den S&P 500, der über denselben Zeitraum 13,3 Prozent zulegte.

    Anleger suchen nach einer Absicherung gegen einen möglichen Dollarverfall und Inflation. Dabei bieten sich Rohstoffe an. Letztere profitieren zudem von der Hoffnung auf ein baldiges Ende der weltweiten Rezession. Nahezu alle Rohstoffe, Edel- sowie Industriemetalle liegen im Plus. Die stärksten Gewinner im zweiten Quartal waren laut dem UBS-Blomberg-CMCI-Index Nickel mit einem Plus von knapp 51 Prozent, Blei mit 38 Prozent, RBOB-Benzin mit 36,5 Prozent, Brent-Öl mit 30 Prozent, Kupfer mit rund 21 Prozent, Zucker mit 19,5 Prozent und Zink mit 16,2 Prozent.
    Skepsis für das zweite Halbjahr

    Xstrata-Mitarbeiter bei der Kupferschmelze: Kupfer war im zweiten Quartal gefragt
    Xstrata-Mitarbeiter bei der Kupferschmelze: Kupfer war im zweiten Quartal gefragt

    Marktbeobachter zweifeln indes daran, dass sich die Rally in der zweiten Jahreshälfte fortsetzen wird. Ein Schlüsselfaktor ist dabei China. Die Volksrepublik nutzte die niedrigen Notierungen für strategische Käufe, insbesondere bei Industriemetallen wie Kupfer. "Ein Rückgang der chinesischen Importe ist das größte Einzelrisiko für die Metallpreise. Es gibt schon Anzeichen, dass die Nachfrage Pekings abebbt", schreiben die Rohstoffanalysten von Barclays Capital in einem Researchbericht.

    Ebenfalls skeptisch werden die Aussichten für den Ölpreis eingeschätzt. Nachdem sich US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate im Juni auf mehr als 73 $ je Fass (je 159 Liter) verteuerte, fiel der Preis zuletzt wieder auf unter 67 $. Ein Grund dafür ist der Anstieg der privaten Vorräte bei Produkten wie Benzin, Diesel oder Kerosin. Gerade in den USA, dem größten Verbraucherland der Welt, ist die Benzin- und Produktnachfrage nach wie vor schwach.

    Bilderserie: Wundersame Welt der Rohstoffe

    "Zwischen Juni und September 2009 könnte der Ölpreis eine Schwächeperiode erleben, und die Energiewerte um 10 bis 15 Prozent nachgeben", sagt John Coyle, der den Energiefonds Schroder ISF Global Energy leitet. Er ist aber für das Jahresende optimistisch: "Bis zum Ende des Jahres 2009 dürfte sich der Ölpreis aber wieder in Richtung des Preisziels von Saudi-Arabien bei 75 $ pro Fass bewegen." Langfristig seien wieder Notierungen von 100 $ möglich.

Dollarverfall und Inflation

Angst vor dem Dollarverfall und Inflation treibt die Anleger scharenweise in den Rohstoffsektor. Die Investitionen in die Anlageklasse stiegen im zweiten Quartal so stark wie zuletzt in der ersten Jahreshälfte 2008. Möglicherweise war das zu viel, warnen Strategen.

Run auf Nickel, Blei und Kupfer

Angst vor dem Dollarverfall und Inflation treibt die Anleger scharenweise in den Rohstoffsektor. Die Investitionen in die Anlageklasse stiegen im zweiten Quartal so stark wie zuletzt in der ersten Jahreshälfte 2008. Möglicherweise war das zu viel, warnen Strategen.

Investoren strömen so stark wie fast nie zuvor in die Rohstoffmärkte. Im zweiten Quartal kletterte das verwaltete Vermögen in dieser Anlageklasse laut Barclays Capital insgesamt um 34 Mrd. $. Das ist der größte Anstieg seit dem zweiten Quartal 2008. Zuflüsse machten 15 Mrd. $ aus, der Rest geht auf höhere Preise zurück. Der Reuters/Jefferies-CRB-Index kletterte in den vergangenen drei Monaten um 14,8 Prozent - und schlug damit den S&P 500, der über denselben Zeitraum 13,3 Prozent zulegte.

Anleger suchen nach einer Absicherung gegen einen möglichen Dollarverfall und Inflation. Dabei bieten sich Rohstoffe an. Letztere profitieren zudem von der Hoffnung auf ein baldiges Ende der weltweiten Rezession. Nahezu alle Rohstoffe, Edel- sowie Industriemetalle liegen im Plus. Die stärksten Gewinner im zweiten Quartal waren laut dem UBS-Blomberg-CMCI-Index Nickel mit einem Plus von knapp 51 Prozent, Blei mit 38 Prozent, RBOB-Benzin mit 36,5 Prozent, Brent-Öl mit 30 Prozent, Kupfer mit rund 21 Prozent, Zucker mit 19,5 Prozent und Zink mit 16,2 Prozent.
Skepsis für das zweite Halbjahr

Xstrata-Mitarbeiter bei der Kupferschmelze: Kupfer war im zweiten Quartal gefragt
Xstrata-Mitarbeiter bei der Kupferschmelze: Kupfer war im zweiten Quartal gefragt

Marktbeobachter zweifeln indes daran, dass sich die Rally in der zweiten Jahreshälfte fortsetzen wird. Ein Schlüsselfaktor ist dabei China. Die Volksrepublik nutzte die niedrigen Notierungen für strategische Käufe, insbesondere bei Industriemetallen wie Kupfer. "Ein Rückgang der chinesischen Importe ist das größte Einzelrisiko für die Metallpreise. Es gibt schon Anzeichen, dass die Nachfrage Pekings abebbt", schreiben die Rohstoffanalysten von Barclays Capital in einem Researchbericht.

Ebenfalls skeptisch werden die Aussichten für den Ölpreis eingeschätzt. Nachdem sich US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate im Juni auf mehr als 73 $ je Fass (je 159 Liter) verteuerte, fiel der Preis zuletzt wieder auf unter 67 $. Ein Grund dafür ist der Anstieg der privaten Vorräte bei Produkten wie Benzin, Diesel oder Kerosin. Gerade in den USA, dem größten Verbraucherland der Welt, ist die Benzin- und Produktnachfrage nach wie vor schwach.

Bilderserie: Wundersame Welt der Rohstoffe

"Zwischen Juni und September 2009 könnte der Ölpreis eine Schwächeperiode erleben, und die Energiewerte um 10 bis 15 Prozent nachgeben", sagt John Coyle, der den Energiefonds Schroder ISF Global Energy leitet. Er ist aber für das Jahresende optimistisch: "Bis zum Ende des Jahres 2009 dürfte sich der Ölpreis aber wieder in Richtung des Preisziels von Saudi-Arabien bei 75 $ pro Fass bewegen." Langfristig seien wieder Notierungen von 100 $ möglich.