US-Börsenstar setzt auf Rohstoffe

John Burbank gelangte in Amerika zu Ruhm, weil er Milliarden verdiente und die Kreditkrise voraussah. Nun investiert er dort, wo er schon einmal viel Geld verlor: in alles, was die Chinesen brauchen.

Burbank spekulierte massiv gegen Hypothekenanbieter

Bei den großen Treffen der US-Finanzelite wirkt John Burbank merkwürdig deplatziert. In Jeans und Weste sieht der Zweimetermann mit Stoppelbart wie ein Weltenbummler, weniger wie ein Hedge-Fonds-Manager aus. Seine Anhänger stört das nicht. Wo der Chef von Passport Capital auftritt, ist er der Star. Auf dem Value Investing Congress West etwa, einer exklusiven Versammlung institutioneller Investoren in Pasadena, umringen ihn gleich Dutzende Herren im feinsten Tuch. Die Fragen prasseln nur so auf Burbank ein: "Was halten Sie von Biotech?", "Waren Sie schon mal in Beirut?", "Investieren Sie in Nahost?"

Gern steht der 45-jährige Kalifornier nicht im Mittelpunkt. Oft gibt er sich einsilbig. Das ändert sich erst, wenn er auf seine Lieblingsthemen kommt, China zum Beispiel. "Das Land wird sich von der Misere in den USA abnabeln. Die Chinesen sind wild darauf versessen, Geld zu verdienen, fast schon zu sehr." Burbank ist sich sicher, dass er mit seinen Einschätzungen richtig liegt. Er hat die Volksrepublik oft genug selbst besucht. Reisen sind Burbanks Passion: "Wenn ich persönlich auftauche, erfahre ich immer mehr, vor allem gewinne ich ein Gefühl, ob ich Leuten vertrauen kann oder nicht."